Demnächst

Hier geht es zum neuen Zeitraster ab Schuljahr 2018/2019


Für SchülerInnen der Klasse 4:
Beratungstermine und Voranmeldungen können nun über das Sekretariat vereinbart werden (02227 91490)
Anmeldezeitraum 25.02. bis 22.03.2019


25.03.-12.04.

Praktikum Stufe 9

28.03.

Girl´s & Boy´s Day

09.04.| 16 - 19 UHR

Open Space

15.04. bis 26.04.

Osterferien

29.04. bis 03.05.

Praktikum Stufe 8

13.05. 

Elternsprechtag (14-18 Uhr)

15.05.

Elternsprechtag (14-18 Uhr)

16.05.

Zentrale Prüfung Klasse 10 'Deutsch'

21.05.

Zentrale Prüfung Klasse 10 'Englisch'

23.05.

Zentrale Prüfung Klasse 10 'Mathe'

23.05.

Schulkonferenz

30.05.

Feiertag

31.05.

beweglicher Feiertag

02.06-08.06

Klassenfahrten Stufe 9

03.06-07.06.

Klassenfahrten Stufe 7

10.06.

Feiertag

11.06.

Pfingstferien

12.06.

Busschule Stufe 5 (8 - 11.30 Uhr)

14.06.

ZP Notenbekanntgabe

17.06.-21.06.

Klassenfahrten Stufe 10

20.06.

Feiertag

21.06.

beweglicher Ferientag

26.06.

4. Projekttag

28.06.

Entlassung Stufe 10

03.07.

Zeugniskonferenz (ab 11.45 Uhr)

05.07.

Kulturabend (19.00 Uhr)

11.07.

Lehrerausflug (Unterrichtsende um 11.15 Uhr)

12.07.

Zeugnisse (Unterrichtsende um 10.40 Uhr)

15.07.-27.08

Sommerferien

28.08.19

1. Schultag

Am 30. November 2018 setzte die Heinrich Böll Sekundarschule in ihrer Gedenkfeier ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, zunehmenden Antisemitismus und Diskriminierung, auch vor dem Hintergrund einer tatsächlich nicht nur gefühlten Zunahme von rechtspopulistischen bis rechtsextremen Tendenzen in Gesellschaft und Politik – und zwar über Deutschland hinaus. Das Programm dieser Veranstaltung für die gesamte Schulgemeinde war zugleich ein starkes Plädoyer für Verständigung, für ein friedliches Miteinander auf allen Ebenen und einen fairen demokratischen Umgang – sowohl miteinander als auch in Gesellschaft und Politik.

Grundsätzlich ist dies nichts Neues für die HBS: Im Rahmen von Recherche-, Interview- oder Musik-Beiträgen bei den Gedenkfeiern der Stadt Bornheim zur Pogromnacht 1938, aber auch in etlichen schulinternen Projekten setzt sich die HBS bereits seit ihrem Bestehen regelmäßig mit diesen Themen aktiv und intensiv auseinander. Konkrete Beipiele hierfür sind regelmäßig die Auseinandersetzung mit und Aufführung von Musik des Holocaust durch Musikensembles und Chor bereits ab Stufe 6, künstlerische Verarbeitungen und Performances anlässlich der Gedenkfeier 2016, Besichtigung des Ghettos Theresienstadt im Rahmen des Tschechien-Austauschs, Beiträge zu Stolperstein-Verlegungen, Zeitzeugeninterviews u.a. mit Tamar und Harry Dreyfuss sowie Recherchen zum Schicksal Bornheimer Juden.

Dieses Mal spannte die Feier dabei den Bogen von der Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung der Juden unter dem NS-Regime (mit der Pogromnacht November 1938 als besonderem Bezugspunkt) weit bis in unsere Zeit, in der Hass und Hetze gegen Minderheiten fast schon zur Normalität, teils tatsächlich als „Alternative“  aufgewertet und gleichzeitig die Lehren aus den Weltkriegen („Nie wieder Krieg!“ hieß es einmal auch von höchster Stelle) vergessen zu sein scheinen.

Genauso wichtig war es uns aber auch, den Schülerinnen und Schülern beeindruckende, positive Alternativen wie den March of Hope der israelisch-palästinensischen Frauenbewegung Women Wage Peace vorzustellen wie auch aus heutiger Sicht unfassbar mutige, empathische  Menschen wie Mordechai Gebirtig, den Krakauer Liedermacher, oder die ebenfalls in Auschwitz ermordete tschechisch-deutsche Schriftstellerin Ilse Weber, die zuvor im KZ Theresienstadt (Terezin) tröstende Wiegenlieder für inhaftierte Kinder schrieb.

Die "roten Fäden" - das war uns besonders wichtig

  • Das Leid von Menschen unter dem Terror der Nazis - und wenn auch nur in den im Rahmen einer solchen Veranstaltung möglichen winzigen Ansätzen - nachfühlen zu lassen, ohne reißerisch zu werden.
  • Auf verschiedenen Ebenen – emotional wie kognitiv -  deutlich zu machen, dass jene Angst, die auch die von Nazis Verfolgten verspürten, die Angst um sich selbst, um sein Leben, um seine Nächsten, seine Kinder, um die gemeinsame Zukunft zu weiten Teilen universal ist - sie ergreift alle Menschen zu allen Zeiten an allen Orten der Welt in verzweifelten Situationen, so verschieden diese auch sein mögen.
  • Wann immer es möglich war die gedankliche Brücke von damals zu heute herstellen: vor allem bei Hass und Hetze gegenüber wehrlosen Minderheiten oder bei kriegstreiberischer Propaganda
  • Sämtliche Inhalte dieser Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen (von der 5. bis zur 10.) verstehbar und nachvollziehbar aufzuarbeiten. Es wurden dazu geeignete, die historischen wie auch die aktuellen politischen und humanitären Hintergründe so weit wie nötig erläuternde Moderationstexte verfasst, die vom Moderatorinnenteam Hanna, Jasmin und Lilly prägnant und zugleich kurzweilig vorgetragen wurden. Unterstützend wurden die Inhalte während der gesamten Feier multimedial begleitet (Fotos, Grafiken, Videos).
  • Es war uns wichtig, einen Schwerpunkt auf das Schicksal von Frauen und Kindern während Verfolgung und Flucht, damals wie heute, zu legen.
  • Ebenso wichtig war es uns, auf das Schicksal der jüdischen Familien in Bornheim hier vor Ort in der Zeit des NS-Terrors Bezug zu nehmen.

Das Programm der Gedenkfeier 2018

Wir kommentieren hier in Kurzform die zentralen Programmpunkte.

NS-Terror und 80. Jahrestag der Pogromnacht 1938
Gehat hob ick a hejm

  • Anmoderation, die auf die Gedenkfeier vorbereitet und einstimmt
  • Gehat hob ick a hejm - ein hochaktuelles Lied von Mordechai Gebirtig von 1943 in jiddischer Sprache, hier ausdrücklich gewidmet allen von den Nazis verfolgten Juden, Roma, Sinti und anderen Minderheiten sowie politisch Andersdenkenden und zugleich allen etwa 60 Millionen Menschen, die sich derzeit weltweit auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger befinden und ihr hejm verlassen mussten.
  • Kurze, einfach gehaltene historische Einordnung der Pogromnacht und Hinleitung zum folgenden Video:
  • Video "Anne Frank" des Anne-Frank-Hauses Amsterdam (deutsche Fassung), in dem in hervorragender Weise die wichtigsten Aspekte der NS-Diktatur dargestellt sind und zugleich das Schicksal Anne Franks in beklemmender Weise nahegebracht wird.
  • Wie kam es zur Pogromnacht und was geschah da? Auch hier wieder der Blick auf die Situation damals in Bornheim 
  • Die Stolpersteine in Bornheim und insbesondere die der Familie Loeb, deren Schicksal anhand verschiedener Quellen (u.a. der NS-Tranportlisten recherchiert aus Yadvashem.org) näher beleuchtet wird
  • Brüder, es brennt - Lied von Mordechai Gebirtig, geschrieben nach einem Pogrom in Polen.
Fokus Schicksal jüdischer Frauen und Kinder unter der NS-Gewaltherrschaft

  • Am Beispiel der damals 15-jährigen Emma Mogilensky wird das Schicksal von jüdischen Frauen und Kindern besonders in den Fokus genommen. Als weiteres Beispiel auch für bewundernswerten persönlichen Einsatz wird das Schicksal der deutsch-tschechischen Schreiftstellerin Ilse Weber geschildert, welche im Ghetto Theresienstadt tröstende Lieder für die internierten jüdischen Kinder schrieb, bevor sie selbst von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde.
  • Der Chor der Stufe 6 singt Ilse Webers "Und der Regen rinnt", in dem sie - exemplarisch für alle Eltern, die in den Wirren des NS-Terrors von ihren Kindern getrennt wurden - den Schmerz über die Trennung von ihrem Sohn Hanus verarbeitet, eine Trennung, die ihrem Sohn das Leben rettete.
Fokus Schicksal von Kindern auf der Flucht und die rechte Hetze gegen sie
  • Überleitung zum aktuellen Schicksal von vielfach traumatisierten Kindern auf der Flucht - Hinweis auf die an der Bühne angebrachte Lichterkette, deren etwa 80 Lämpchen jedes für ein auf der Flucht 2018 im Mittelmeer umgekommenes Kind  leuchtet.
  • Video über die Mittelmeer-Flucht des 7-jährigen Mädchens Malak aus Syrien (Quelle: UNICEF)
  • Thematisierung der Übergriffe von Rechtsextremen auf Flüchtlingsheime - Vor 80 Jahren brannten die Synagogen - seit Rostock-Lichtenhagen Flüchtlingsheime
Wege zu Frieden und Verständigung
  • Frieden als eine Bedingung für die Beseitung von Flucht und Überwindung von Hass und Hetze: Das beeindruckende Beispiel der Zahntausenden von palästinensischen und jüdischen Frauen, die 2014, nach heftigen kriegerischen Auseinandersetzung im Nahen Osten, den Marsch für Frieden initierten.
  • Dazu das Lied Prayer of the Mothers von Yeal Deckelbaum. Für hebräischen Text haben wir die englische Übersetzung genommen. Schließlich auch für den arabischen Text, den ürsprünglich eine Schülerin singen wollte, wofür am Ende leider die Zeit nicht reichte.
  • Gedicht Martin Niemöller als Appell zu Solidarität und Hinsehen wenn Unrecht geschieht
  • Performance der Gruppe Darstellen & Gestalten zu Begriff Demokratie
  • Die BigFive-Statements der HBS GEGEN Antisemitismus, Rassismus und Kriegstreiben und FÜR Demokratie und ein friedliches Miteinander
  • Großes FINALE mit dem Lied "Wir ziehen in den Frieden" von Udo Lindenberg

 

Das Video zur Gedenkfeier

An dieser Stelle werden wir demnächst ein Video zur Gedenkfeier mit sämtlichen Programmpukten einstellen. Es ist in Arbeit, wir bitten daher um etwas Geduld.

Die Teilnehmer

Moderation: Hanna, Jasmin, Lilly (KLasse 9.1)

Text Martin Niemöller: Joy, Romy

SprecherIn Gesetzestexte (Lied Udo Lindenmberg): Kathy, Lennox (Klasse 5.1)

Gesang jiddische Lieder: Giulia Balle

Gesang insgesamt: Giulia Balle, Leni von Rumohr, Amelie Silvers

Chor (Ilse Weber/Udo Lindenberg): Der Chor der Stufe 6 (Leitung Frau Bodóová)

MusikerInnen: Lena (keys), Johanna (keys), Samantha (git), Lisa (git), Jannis (b), Finn (dr) und Tim (dr)

Performance Demokratie: Die D&G-Gruppe Stufe 8

Technik/Mulitmedia: Christian, Finn, Johannes, Thilo mit großartiger Unterstützung von Jan, Noel, Marc und anderen

Leitung: Quirin Härle

 

Dank

Ein großes Dankeschön für die wertvollen Beiträge und/oder sonstige unverzichtbare Unterstützung geht an...

Frau Dienst, Frau Dehnert, Frau Kühne, Herrn Brittnacher, Herrn Hoffe, Herrn Löffler (Stadtarchivar Bornheim)

Quellen

Tamar Dreyfuss, Die wundersame Rettung der kleinen Tamar 1944

Music an the Holocaust (http://holocaustmusic.ort.org/de/places/theresienstadt/)

Radio Praha, "Hass ist ein Mangel an Fantasie" (Sendung v. 15.09.2016, https://www.radio.cz/de/rubrik/tagesecho/hass-ist-ein-mangel-an-fantasie-lesung-in-der-prager-maisel-synagoge-erinnert-an-kz-theresienstadt)

Musik des Holocaust bei Yadvashem.org (https://www.yadvashem.org/yv/de/exhibitions/music/music_and_holocaust.asp)